
Kleine Organisationen kennen das Problem: Auditoren fordern Prozesskennzahlen – die aber oft fehlen. Fakt: ISO 9001 verlangt KEINE starren KPIs, sondern sinnvolle Indikatoren, die Ihr Unternehmen voranbringen!
Generell gilt:
Prozesskennzahlen nur wegen ISO oder externer Auditoren zu erheben, ist kontraproduktiv. Die Norm verwendet bewusst den Oberbegriff „Indikator“, der breiter gefasst ist als eine harte Kennzahl – er umfasst qualitative Beobachtungen, Feedback oder einfache Checks, solange sie Leistungsfähigkeit messbar machen. Nur nutzbare Indikatoren schaffen echten Mehrwert; alles andere belastet Ressourcen ohne Nutzen.
Unsere Empfehlung für Organisationen
– Praxisnah: Direkt aus dem Alltag ableitbar, ohne komplizierte Tools.
– Aufwandsarm: Automatisch oder mit minimalem Mehraufwand erfassbar.
– Verständlich: Jeder Mitarbeiter begreift sie auf Anhieb.
– Strategisch: Verknüpft mit Unternehmenszielen und Qualitätspolitik.
Unsere Empfehlung für Auditor:innen
– Pragmatismus: Fordern Sie keine zusätzlichen Kennzahlen, wenn bestehende Indikatoren wirksam sind.
– Mehrwertorientiert: Bewerten Sie, ob das System das Unternehmen stärkt, nicht ob es voll mit Metriken ist.
– Keine Dogmen: Respektieren Sie unternehmensspezifische Lösungen statt starrer Vorgaben.
Wichtig ist:
Relative Indikatoren sind aussagekräftiger als absolute. Nur wenn der Indikator im Verhältnis zu einer sinnvollen Größe steht, kann man daraus sinnvolle Aussagen ableiten.
Beispiele für Prozessindikatoren
– Reklamationsrate: Anzahl Reklamationen in Relation zum Umsatz
– Reklamationsrate: Anzahl Reklamation in Relation zur gesamten Auftragszahl
– Reklamationsquote: Reklamationskosten in Relation zum Umsatz
– Fehlerkosten: Gesamtkosten aller Fehler in Relation zum Umsatz
– Fehlerfreie Leistungen: Anteil fehlerfreier Aufträge in Relation zur gesamten Auftragszahl
– Ausschussquote: Anteil fehlerhafter Produkte in Relation zur Gesamtzahl
– Termintreue/OTD: Anteil pünktlicher Lieferungen an Gesamtaufträgen
– Durchlaufzeit: Zeit von Prozessbeginn bis Prozessende
– Ausfallzeit: Anteil Maschinen-/Prozessausfälle zur Gesamtzeit
Ergänzen Sie mit übergeordneten Indikatoren, die ISO 9001 ohnehin vorschreibt:
– Lieferantenbeurteilung: Bewertung der Lieferantenleistung (z. B. Liefergenauigkeit, Qualität)
– Kundenzufriedenheit: Messung der Kundenwahrnehmung (z. B. NPS, Umfragen, Reklamationsfeedback)
Tipp zum Schluss:
Weniger ist mehr! Besser 3-5 starke Indikatoren konsequent tracken, als Dutzende im Chaos untergehen zu lassen!
Sie haben Fragen zum Thema oder brauchen hierbei Unterstützung?
Nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf!
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